Katathym-Imaginative Psychotherapie

‹‹ ... unsere Fähigkeit zu imaginieren bringt uns in Kontakt mit dem Heilsamen in uns. ›› Luise Reddemann

Nebelbaum

Was ist Katathym - Imaginative Psychotherapie?

Die Katathym-Imaginative Psychotherapie (KIP) wurde 1955 von dem Arzt und Psychoanalytiker C.H. Leuner entwickelt und ist eine tiefenpsychologisch orientierte Therapiemethode.
„Das Wort „kata“ bedeutet „gemäß“, „thymos“ steht unter anderem für die Seele, die Lebenskraft und die Gemütsbewegung. Als „katathymios“ werden Dinge bezeichnet, die einem im Sinn, in den Gedanken oder auf dem Herzen liegen. Diese Spiegeln sich in Bildern wider, unabhängig vom bewussten Wollen.“ Dr. W. Iberer

Die Besonderheit dieser Methode ist die Arbeit mit Imaginationen (innere Bilder, Tagträume). Sie nützt die Fähigkeit des Menschen, innere Konflikte, unbewusste Emotionen, sowie auch Lösungsmöglichkeiten mit Hilfe der Imagination ins Bewusstsein zu bringen. Die nur zu einem Teil bewussten Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle und Ängste werden in bildhafter Form auf symbolischer Ebene zugänglich gemacht.

Die katathyme Imagination kann unterschiedliche Schwerpunkte und Ziele beinhalten, abhängig von der aktuellen Situation des Klienten. Stärkung des Selbstwert, Distanzierung von belastenden Themen, Konfrontation mit aktuellen Konflikten oder Entspannung sind mögliche Zielsetzungen.

Anwendungsbereiche

KIP kann zur Begleitung seelischer Belastungen und Störungen, aktuellen Problemen, als auch bei der Aufarbeitung lebensgeschichtlicher Ereignisse genutzt werden. Sie findet ihren Einsatz auch bei Ängsten und Zwangshandlungen, leichten depressiven Verstimmungen, bei Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen und akuten Lebenskrisen.

Gern setzte ich KIP auch zur Förderung von kreativen Prozessen, Selbstverwirklichung, persönlicher Weiterentwicklung, inneren Klärungen und „Standortbestimmungen“ ein.

Bei psychosomatischen Erkrankungen und anderen körperlichen Erkrankungen kann KIP begleitend angewendet werden.

KIP wird in Form von Einzelbegleitung eingesetzt und eignet sich zur Krisen- und Kurzzeitintervention für Erwachsene, Kinder (ab 7 Jahren) und Jugendliche.

Die aktuelle Hirnforschung bestätigt die Wirksamkeit von Imaginationen:

"Die Wirksamkeit der Imagination, so wie sie mit dem KB möglich ist, wird neuerdings auch durch Ergebnisse der Hirnforschung bestätigt. Hier wurde festgestellt, dass sich Vorstellungen und Handlungen in ihren hirnphysiologischen Auswirkungen kaum von den entsprechenden real ausgeführten Handlungen unterscheiden (Hüther 2004). D. h., dass im KB die Lösbarkeit innerer Konflikte erlebt werden kann und damit sekundär auch äußere Veränderungen erleichtert werden." Günther Horn, 2006 in: Katathym-imaginative Therapie mit Kindern und Jugendlichen, Horn G., Sannwald R. und Wieland F., S.26, Reinhardt-Verlag.

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